Fieseler-Storch-für-Kassel e.V.

Fieseler Storch

Die Fieseler Fi 156 Storch ist ein propellergetriebenes Flugzeug, das erstmals 1936 flog. Entwickelt und gebaut wurde es in den Gerhard-Fieseler-Werken in Kassel aufgrund einer Ausschreibung für ein Kurzstart- und Landeflugzeug mit Langsamflugeigenschaften. Der Storch, wie er wegen seines hochbeinigen Fahrgestells genannt wurde, war das Standard-Kurier- und Verbindungsflugzeug der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Er wurde zudem als Beobachtungs- und Sanitätsflugzeug eingesetzt. Die Maschine wurde ebenfalls an die Luftwaffen Finnlands, Italiens, Bulgariens, Kroatiens, Ungarns, Rumäniens, der Slowakei und der Schweiz geliefert.

Das Tragwerk ist mit starren Vorflügeln über die gesamte Spannweite, statisch ausgeglichenen Schlitz-Querrudern mit Flettner-Ruder über die halbe Spannweite und großen Landeklappen ausgestattet. Dies sorgt für gute Langsamflug- und STOL-Eigenschaften. Die Tragflächen lassen sich zum Straßentransport um 90° nach hinten weg- und anklappen. Eine großzügig verglaste Kabine erlaubt die ausgezeichnete Rundumsicht. Konstrukteure der Maschine waren Dipl.-Ing. Reinhold Mewes und sein Stab, die seit 1934 bei den Gerhard-Fieseler-Werken angestellt waren.

Der Erstflug wurde von Gerhard Fieseler am 10. Mai 1936 auf dem Flugplatz Kassel-Waldau durchgeführt, der dann aber die eigentliche Flugerprobung an Typeneinflieger übertrug. Bereits in den ersten Tagen ging eine Maschine beim Rollen zu Bruch, als sie vom Seitenwind erfasst und umgeworfen wurde. Daraufhin wurde das Fahrwerk für deutlich mehr Spurweite ausgelegt.

Die Konstruktion des Storches ermöglicht eine extrem niedrige Mindestfluggeschwindigkeit von unter 50 km/h. Somit verringern sich auch die Anforderungen an Start- und Landestrecken. Zum Start reicht dem Storch bei Gegenwind 50 Meter, zum Landen 20 Meter. Bei entsprechendem Gegenwind konnte der Storch auch in der Luft stehen oder sich, gegenüber dem Boden, gar rückwärts bewegen.

Ein spektakulärer Einsatz eines Fieseler Storches war das Unternehmen "Eiche", die Befreiung des gestürzten italienischen Diktators Benito Mussolinis vom Gran Sasso d'Italia am 12. September 1943.

Internationale Anerkennung erlangten die Störche, als am 19. November 1946 eine Douglas C-53 Skytrooper der USAAF am Gauligletscher in der Schweiz verunglückte. Alle 11 Personen an Bord überlebten den Absturz. Die aufwändigen Rettungsversuche der Amerikaner misslangen allesamt, doch mit den Störchen der Schweizer Flugwaffe konnten nach fünf Nächten die Verunglückten gerettet werden. Hier der Film: http://youtu.be/sllI7lcS18Q und hier ein Bericht in der FAZ.

Erste Flugzeugschlepps und Schlepps mit dem Fieseler Storch

Der erste öffentliche Flugzeugschlepp von Gerhard Fieseler und Kurt Katzenstein erfolgte am 18. April 1927 über dem Flugplatz Kassel-Waldau.

Im Frühjahr 1927 entwickelten Mitarbeiter der RaKa den Flugzeugschlepp, der anlässlich eines "Großflugtages" auf dem Flugplatz Kassel-Waldau am 18. April 1927 von Kurt Katzenstein im Segler RK 7 "Schmetterling" und Gerhard Fieseler als Pilot im Schleppflugzeug RK 6 "Kranich" D-975 erstmals
öffentlich vorgeführt wurde.

Der Flugzeugschlepp wurde danach von RaKa zeitnah auf vielen Flugtagen und bei einem Überlandflug von Karlsruhe nach Kassel präsentiert.

In der Folge kaufte das United States Army Air Corps einen kompletten "Schleppzug" (ein RK 2 "Pelikan" und zwei RK 7 "Schmetterling") und mietete für mehrere Monate drei RaKa Piloten zur Schulung von eigenem Personal in den USA. Zwei Schleppeinrichtungen wurden von der italienischen Luftwaffe gekauft.