Fieseler-Storch-für-Kassel e.V.

GERHARD FIESELER und Gerhard-Fieseler-Werke in Kassel

Der Namensgeber für den Fieseler Storch, Gerhard Fieseler, war ein deutscher Flugzeugkonstrukteur, Kunstpilot und Industrieller, geboren 1896 in Glesch, ein Stadtteil der Stadt Bergheim. Im Jahre 1926 kam er als Teilhaber und Fluglehrer zu den "Raab-Katzenstein Flugwerken" nach Kassel, wo er im September 1987 auch verstarb.

Während des Zürcher Kunstflugwettbewerbs 1927 sicherte sich Fieseler den Weltrekord im Rückenflug mit 10:56 Minuten. Für diesen Flug modifizierte er seine "Schwalbe" mit speziellen Tanks und Vergasern.

1930 erwarb Gerhard Fieseler, dank seiner Preisgelder aus den Kunstflugwettbewerben, den "Segelflugzeugbau Kassel". Dieser bekam daraufhin den neuen Namen "Fieseler Flugzeugbau"; ab 1939 dann Gerhard-Fieseler-Werke.

In den Anfangsjahren seiner Flugzeugwerke widmete sich Fieseler dem Bau von preiswerten Sportflugzeugen. Im Jahr 1932 entstand die berühmte F-2 "Tiger" im eigenen Werk, mit welcher er im Juni 1934 in Vincennes bei Paris die Kunstflug-Weltmeisterschaft "Coupe Mondiale d'Acrobatie Aerienne" gewann.

Dieser Wettbewerb läutete das Ende seiner Kunstflugkarriere ein. Heute erinnert noch die Kunstflugfigur "Turn" an seine Erfolge, diese wird in Fachkreisen auch das Fieseler Manöver genannt.

Wie viele Unternehmen im dritten Reich wurden auch die Fieseler Werke für die NSDAP benutzt. Gerhard Fieseler wurde jedoch bereits 1943 als Betriebsführer wegen "politischer Unzulänglichkeiten" abgesetzt.

Als Konstrukteur war er zu dieser Zeit nicht mehr tätig, übernahm aber dennoch immer persönlich die Erstflüge. Zudem hatte er maßgeblichen Einfluss auf die Konstruktionsvorgaben bei der Projektierung neuer Maschinen.




Gerhard-Fieseler-Stiftung https://www.fieseler-stiftung.de/

Gerhard Fieseler, der Kasseler Kunstflugpilot und Flugzeugbauer, hat ein stattliches Vermögen aus Immobilien angehäuft. 1987 ist er im Alter von 91 Jahren gestorben. Eine Stiftung verwaltet seine Häuser und Grundstücke und unterstützt gemeinnützige Einrichtungen in Kassel und Umgebung.

Gerhard Fieseler hat der Stiftung aufgetragen, das Vermögen zu erhalten und gemeinnützige Einrichtungen zu unterstützen. Spenden werden aus dem Ertrag finanziert wie die Unterhaltung der
Immobilien. Jedes Jahr werden etwa 150.000 Euro in der Region verteilt.


Fieseler Storch

Die Fieseler Fi 156 Storch ist ein propellergetriebenes Flugzeug, das erstmals 1936 flog. Entwickelt und gebaut wurde es in den Gerhard-Fieseler-Werken in Kassel aufgrund einer Ausschreibung für ein Kurzstart- und Landeflugzeug mit Langsamflugeigenschaften. Der Storch, wie er wegen seines hochbeinigen Fahrgestells genannt wurde, war das Standard-Kurier- und Verbindungsflugzeug der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Er wurde zudem als Beobachtungs- und Sanitätsflugzeug eingesetzt. Die Maschine wurde ebenfalls an die Luftwaffen Finnlands, Italiens, Bulgariens, Kroatiens, Ungarns, Rumäniens, der Slowakei und der Schweiz geliefert.

Das Tragwerk ist mit starren Vorflügeln über die gesamte Spannweite, statisch ausgeglichenen Schlitz-Querrudern mit Flettner-Ruder über die halbe Spannweite und großen Landeklappen ausgestattet. Dies sorgt für gute Langsamflug- und STOL-Eigenschaften. Die Tragflächen lassen sich zum Straßentransport um 90° nach hinten weg- und anklappen. Eine großzügig verglaste Kabine erlaubt die ausgezeichnete Rundumsicht. Konstrukteure der Maschine waren Dipl.-Ing. Reinhold Mewes und sein Stab, die seit 1934 bei den Gerhard-Fieseler-Werken angestellt waren.

Der Erstflug wurde von Gerhard Fieseler am 10. Mai 1936 auf dem Flugplatz Kassel-Waldau durchgeführt, der dann aber die eigentliche Flugerprobung an Typeneinflieger übertrug. Bereits in den ersten Tagen ging eine Maschine beim Rollen zu Bruch, als sie vom Seitenwind erfasst und umgeworfen wurde. Daraufhin wurde das Fahrwerk für deutlich mehr Spurweite ausgelegt.

Die Konstruktion des Storches ermöglicht eine extrem niedrige Mindestfluggeschwindigkeit von unter 50 km/h. Somit verringern sich auch die Anforderungen an Start- und Landestrecken. Zum Start reicht dem Storch bei Gegenwind 50 Meter, zum Landen 20 Meter. Bei entsprechendem Gegenwind konnte der Storch auch in der Luft stehen oder sich, gegenüber dem Boden, gar rückwärts bewegen.

Ein spektakulärer Einsatz eines Fieseler Storches war das Unternehmen "Eiche", die Befreiung des gestürzten italienischen Diktators Benito Mussolinis vom Gran Sasso d'Italia am 12. September 1943.

Internationale Anerkennung erlangten die Störche, als am 19. November 1946 eine Douglas C-53 Skytrooper der USAAF am Gauligletscher in der Schweiz verunglückte. Alle 11 Personen an Bord überlebten den Absturz. Die aufwändigen Rettungsversuche der Amerikaner misslangen allesamt, doch mit den Störchen der Schweizer Flugwaffe konnten nach fünf Nächten die Verunglückten gerettet werden. Hier der Film: https://youtu.be/sllI7lcS18Q und hier ein Bericht in der FAZ.

Erste Flugzeugschlepps und Schlepps mit dem Fieseler Storch

Der erste öffentliche Flugzeugschlepp von Gerhard Fieseler und Kurt Katzenstein erfolgte am 18. April 1927 über dem Flugplatz Kassel-Waldau.

Im Frühjahr 1927 entwickelten Mitarbeiter der RaKa den Flugzeugschlepp, der anlässlich eines "Großflugtages" auf dem Flugplatz Kassel-Waldau am 18. April 1927 von Kurt Katzenstein im Segler RK 7 "Schmetterling" und Gerhard Fieseler als Pilot im Schleppflugzeug RK 6 "Kranich" D-975 erstmals
öffentlich vorgeführt wurde.

Der Flugzeugschlepp wurde danach von RaKa zeitnah auf vielen Flugtagen und bei einem Überlandflug von Karlsruhe nach Kassel präsentiert.

In der Folge kaufte das United States Army Air Corps einen kompletten "Schleppzug" (ein RK 2 "Pelikan" und zwei RK 7 "Schmetterling") und mietete für mehrere Monate drei RaKa Piloten zur Schulung von eigenem Personal in den USA. Zwei Schleppeinrichtungen wurden von der italienischen Luftwaffe gekauft.